Falls Ihnen bei dem Wort "Bridge" nur das folgende Bild einfällt, können wir etwas dagegen unternehmen.

Theodor-Heuss Bridge in Düsseldorf
Theodor-Heuss Bridge in Düsseldorf

Das mysteriöse Spiel

gefunden auf "www.bridge-wiese.de"

Als ich kürzlich in einem Hotel einen größeren Raum betrat, sah ich viele Gäste, die ein Spiel betrieben, das ich trotz größter Anstrengung nicht verstand.

An vielen kleinen Tischen saßen immer vier Personen, die sich zunächst ganz friedlich miteinander unterhielten, dann aber immer mehr reizten, bis schließlich der eine seine Karten auf den Tisch warf, also nicht mehr mitspielen wollte. Nun musste sein Gegenüber alleine spielen und sein Glück versuchen. Merkwürdig, dachte ich, und ging an den nächsten Tisch.

Hier hörte ich, wie sich zwei Herren über zwei Damen unterhielten, dass beide trotz Konventionen nicht mitgehen wollten. Immer wieder sprachen sie von der kleinen Treff und der großen Treff. Dies schien ein Privatgespräch zu sein. Gelangweilt schlenderte ich an einen anderen Tisch.

Dort saßen anscheinend nur Leute aus der Textilbranche. Sie sprachen von Karos, von Passen und Decken, von Längen und Kürzen und Schnitten, die alle sitzen müssen. Da ich mich für Schneiderei nicht erwärmen kann, ging ich weiter.

Ich kam an einen Tisch, an dem, wie mir schien, nur Mediziner waren, die sich mit ihren Patienten unterhielten. Man sprach vom Wasserkopf, der sicher blind war, denn er fragte, wo denn die Karten liegen. Der andere war wohl taub, denn er wollte wissen, wer spricht. Ein Arzt erklärte, dass das Herz viel zu schwach sei und der Patient damit hätte nie springen und heben dürfen. Er sprach von Herzstichen und dass er doch nicht alles herausschneiden könne. Sogleich meldete sich einer vom Bestattungsinstitut zu Wort, und die Leichenrede wurde heftig diskutiert.

Am nächsten Tisch ging es ziemlich frivol zu. So frivol, dass ich mich eigentlich schäme, dies zu berichten - aber wie soll ich sonst des Rätsels Lösung finden? Hier behauptete eine Dame, sie sei schön - was gar nicht stimmte, jedenfalls nicht aus meinem Blickwinkel. Der Herr ihr gegenüber aber interessierte sich sehr dafür und wollte wissen, ob sie sich in der Gefahrenzone befänden. Die Dame fragte etwas verunsichert, ob das denn so wichtig sei. "Natürlich", wurde ihr geantwortet, "Sie müssen unbedingt mitgehen bis zum vollen Spiel." Errötend meinte die Dame dann: "Sie reizen mich so, also gut, dann eben Ohne!" Der Herr flüsterte "zweiter Mann hält sich zurück, dritter Mann so hoch er kann." Die sprachen wohl von Striptease, denn Ausdrücke wie "nackter König" und "besetzte Dame" fielen.

Ich schämte mich der losen Reden, aber dann hörte ich noch Schlimmeres. Ein Herr sagte zu einer Dame, die ihm gegenüber saß: "Gnädige Frau, legen Sie sich auf den Tisch und zeigen Sie all Ihre Schönheiten."

Da hatte ich endgültig genug und verließ ich fluchtartig den Raum.

Aber gewusst hätte ich doch gerne, wie dieses Spiel heißt.

Ein Spiel genannt Bridge

(englisch im KBC Journal des Klosterneuburger Bridgeclubs Heft 1999/3)

Eine Haushälterin suchte eine neue Anstellung. Als sie gefragt wurde, warum sie ihre alte Stelle verlassen habe, erzählte sie diese Geschichte:

Ich wurde gut bezahlt, doch der Arbeitsplatz war mir nicht ganz geheuer. Ich bin eine anständige Person, aber die Leute dort spielten ein Spiel, das sie Bridge nannten. In einer Nacht spielten sie es mit einer Anzahl Gästen. Ich war nebenan in der Küche, um die Erfrischungen zu richten, und konnte nicht überhören, was sie miteinander sprachen.

Ein Herr sagte: "Leg' dich hin und zeige, was du hast", und der andere antwortete: "Ich habe Stärke, aber keine Länge". Dann sagte ein anderer Herr zu einer Dame "Nimm deine Hand von meinem Trick", und als ob das nicht genug sei, hörte ich sie erwidern "Du hast mich gezwungen, du bist zweimal gesprungen und hast nicht mal die Stärke für einen Sprung". Eine andere Dame wollte ihre Figur bewahren, als zwei andere Damen miteinander sprachen und die eine sagte: "Jetzt ist es an der Zeit, dass ich mit deinem Gatten spiele und du mit meinem".

Da wusste ich, dass das kein Arbeitsplatz für mich war. Ich entschloss mich sogar, sofort zu verschwinden, als einer noch sagte: "Well, I guess it is time to go home, that was the last rubber".